Was ist ein frühkindlicher Reflex?
Frühkindliche Reflexe sind in der kindlichen Entwicklung vorprogrammiert und sichern das Überleben des Babys. In der Medizin werden diese Reflexe als «ein typisches wiederholbares und automatisiertes Reaktionsmuster» bezeichnet, «das auf gezielte äussere Reize von Berührung, Lageveränderung, Geräusche oder Lichteinfall reagiert. Diese Reflexe laufen ohne die Beteiligung des Grosshirns ab und werden vom Hirnstamm gelenkt und dienen der Nahrungsaufnahme, der Aufrichtung, sowie dem Selbstschutz».
Diese Reflexe haben aber auch die Aufgabe, Gehirnareale zu verknüpfen, Nervenbahnen zu festigen und Muskelspannung aufzubauen.
Frühkindliche Reflexe dienen der Entwicklung, dem Schutz und der Vorbereitung auf weitere Entwicklungsschritte. Sie trainieren Bewegungen die Wachstum und Lernen ermöglichen.
Nach ca. 3 Jahren sollten alle frühkindlichen Reflexe integriert sein. Geschieht dies nicht, können diese noch immer (teil)aktiven Reflexe jederzeit ausgelöst werden. Das Kind muss permanent und zum Teil mit grossem Energieaufwand kompensieren. Dies führt oft zu Verhaltensauffälligkeiten, Schulproblemen und Defiziten in den Sozialkompetenzen.
Zum Glück können die noch aktiven Reflexe integriert oder die Reifung nachgeholt werden; auch noch im Erwachsenenalter.
Stell dir vor, dein Kind läuft jeden Tag einen Marathon, während andere nur einen Spaziergang machen. Klingt verrückt, ist aber genau das was passiert, wenn frühkindliche Reflexe nicht integriert wurden.
Es ist, als würde dein Kind einen schweren Rucksack durch den Alltag tragen- unsichtbar für alle anderen, aber spürbar schwer für das Kind. Alles braucht so viel mehr Kraft, Konzentration und Substanz, nur damit es sich konzentrieren, stillsitzen oder auch nur zuhören kann. Das macht müde, frustriert, aggressiv, mutlos und zerstört das Selbstbewusstsein.